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ARENA Show & Entertainment GmbH |
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Küvenkamp 21 D - 46509 Xanten
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Diese Fabel von der Schönen und dem Tier ist eines der Ă€ltesten MĂ€rchen der Welt. Schon aus der griechischen Mythologie kennen wir Tierhochzeiten und auf Verwandlung fuĂende Erlösungssagen. Aus der römischen Dichtung sind die "Metamorphosen" des Apuleius ĂŒberliefert. In einer spĂ€tantiken Variante sind die Geschlechterrollen vertauscht, so dass die Frau das "Tier" ist. In gleicher Weise berichtet eine alte schottische Ballade.
Ende des 17. Jahrhunderts entwickelte sich das VolksmĂ€rchen, vom orientalischen Charme der Geschichten aus 1001 Nacht inspiriert, zu den "Contes des fĂ©es". Diese FeenmĂ€rchen transponierten den ĂŒberlieferten Stoff sehr frei in die Neuzeit, versahen ihn mit psychologischen VerschlĂŒsselungen und bereicherten ihn durch moralische Reflexionen. Madame de Villeneuves Version von 1740 gibt dem "wackeren Kaufmann" elf Kinder, Belle ist die schöne JĂŒngste. Das Schloss des Ungeheuers wird anschaulich geschildert: Im Palast und im Garten stehen zahlreiche menschliche Statuen - der verzauberte Hofstaat des Prinzen. Belle ist nicht ganz ohne Gesellschaft, sondern hat zu ihrer Unterhaltung sprechende, musizierende, sie bedienende und durch Schabernack ergötzende Vögel und kleine Affen. Allerdings entsprach das Unmögliche (verzaubertes Schloss) und WidernatĂŒrliche (Vereinigung mit einem Tier) nicht dem Geist der AufklĂ€rung. So besann sich Madame de Villeneuve auf das, was sie dem Zeitgeschmack und der feinen Gesellschaft schuldig war: Mit der Gestalt des "schönen Unbekannten", der dem MĂ€dchen nachts im Traum erscheint und ihm befiehlt, das Biest zu töten (und der zum SchluĂ natĂŒrlich der echte Prinz ist), verfĂ€lschte die Dichterin jedoch die ursprĂŒnglich klare Handlung des VolksmĂ€rchens durch die Schaffung psychologischer Probleme und den Einschub zusĂ€tzlicher Nebenhandlungen.
Wie viele andere Geschichten hĂ€tte auch "La Belle et la BĂȘte" einer Madame de Villeneuve ihre Zeit nicht ĂŒberdauert, wenn nicht Marie Leprince de Beaumont, die eine Zeitschrift fĂŒr Kinder herausgab, 1757 das KunstmĂ€rchen "wohl wegen seines moralischen Tenors" als Grundlage fĂŒr eine ihrer lehrhaften "Dialogues entre une sage Gouvernante et plusieurs deses ElĂšves" gewĂ€hlt hĂ€tte. Sie modifizierte die psychologisch ĂŒberfrachteten Passagen und kĂŒrzte die zweihundert Seiten lange Fassung auf ein Zehntel ihres Umfangs. So gelang es ihr, das dem KunstmĂ€rchen zugrundeliegende VolksmĂ€rchen wieder deutlich hervortreten zu lassen und diesem so zur Unsterblichkeit zu verhelfen.
Auch die KĂŒnstler des 20. Jahrhunderts lieĂen sich gern vom Reiz des Themas in die MĂ€rchenwelt entfĂŒhren, allen voran Jean Cocteau, der "Celluloid-Zauberer von Paris". Er nennt als literarische Vorlage seines Films die Kurzfassung, verfĂ€hrt mit diesem Stoff jedoch nicht weniger frei als Madame Leprince de Beaumont mit dem ihrer VorgĂ€ngerin: WĂ€hrend dort Belle die Entwicklung der Dinge fast willenlos ĂŒber sich ergehen lĂ€sst und das Tier seine Erlösung ausschlieĂlich Belles Dankbarkeit und demĂŒtiger LoyalitĂ€t zu verdanken hat, wirkt die Schöne bei Cocteau keineswegs passiv. Sie fĂ€llt freiwillig den EntschluĂ, an des Vaters Stelle zu sĂŒhnen (eine Variante, die vor Cocteau niemandem einfiel), sie trifft die "moralisch begrĂŒndete" Entscheidung gegen den Bewerber aus dem Dorf und fĂŒr das Tier. Diese Entscheidung wird glaubhaft, da bei Cocteau das Biest nicht das einfĂ€ltige, manierenlose Tier des RokokomĂ€rchens ist, sondern eine aufrecht gehende, vornehm gekleidete Raubkatze, ein Tier auf dem Weg zum Menschsein. Nachdem die Zeichner Walt Disneys sich in den DreiĂiger Jahren erfolglos an dem Stoff versucht hatten, prĂ€sentierte dessen Neffe Roy E. Disney 1991 mit "The Beauty and the Beast" einen weltweit ĂŒberaus erfolgreichen Film.
DIE SCHĂNE UND DAS BIEST - DAS MUSICAL fĂŒhrt Cocteaus Ideen fort. Sein Biest ist durch die Worte der Fee schon frĂŒhzeitig als verzauberter Mensch erkennbar. Bella, ein MĂ€dchen mit Herz und Verstand und neugierig auf das Leben, nimmt tatkrĂ€ftig ihr Schicksal selbst in die Hand. Sie versucht sogar, durch einfĂŒhlsame (Du bist nicht böse, du bist einsam!) oder kritische Worte (Warum tust du das?) Einfluss auf das Biest zu nehmen. Hier greift das Musical auf Cocteau zurĂŒck, bei dem die Schöne sich auch um die Erziehung des Tieres zum sittlichen Menschen bemĂŒht. Keine Frage: Wer auch immer von der Schönen und dem Tier erzĂ€hlt, das MĂ€rchen, das die jahrtausendealte Sehnsucht der Menschen nach Verwandlung und Erlösung verkörpert, wird weitergetragen, das unsterbliche Lied von der Ăberwindung des Bösen durch die Allmacht der Liebe ertönt immer wieder aufs Neue.